Hilft Cupping gegen Zähneknirschen? Schröpfen bei Bruxismus

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Cupping klingt nach einem hippen Trend aus den USA, ist aber einfach nur die englische Übersetzung von „Schröpfen“.  Es geht also um eine jahrtausendealte Behandlungsmethode, die in Silikonhütchen ihre moderne Form gefunden hat. Die begeisterte Zuschrift einer Leserin meines Buchs Schluss mit Zähneknirschen hat mich neugierig gemacht. Im heutigen Artikel erwarten dich neben der Leserinnenstimme und einer kurzen Beschreibung meiner eigenen Erfahrung ein Blick auf wissenschaftliche Quellen und die Einschätzung des ganzheitlichen Schmerztherapeuten Dr. Torsten Pfitzer.

Artikelgliederung

Transparenzhinweise und rechtliche Absicherung

  • Werbung: Ich erwähne hier mein eigenes Buch, an dessen Verkauf ich ein kommerzielles Interesse habe. Ich erwähne außerdem Produkte von RelaxBogen GmbH, Dr. Torsten Pfitzer, Bamberger-Wellness GmbH (Cuppingmarke: BellaBambi, Affiliatelink). Von diesen habe ich kostenfreie Testprodukte erhalten und/oder unterhalte geschäftliche Beziehungen zu ihnen. Ich bin keine Verpflichtungen hinsichtlich meiner Berichterstattung eingegangen. Die Firma Bamberger Wellness GmbH habe ich gebeten, meinen Artikel durch einen Faszienexperten prüfen zu lassen. Dabei sind keine Fehler gefunden worden, sodass die Rückmeldung des Faszienexperten diesen Artikel nicht verändert hat. Die von mir angeführten wissenschaftlichen Quellen hat der Faszienexperte nicht im Einzelnen geprüft.
  • Meinungswiedergabe: Ich bin psychologischer Berater, Stresspräventionstrainer und Schlafberater in Weiterbildung, aber kein Therapeut. Der Artikel gibt meine persönliche Meinung als medizinischer Laie wieder. Er ersetzt keinen Arztbesuch.
  • Affiliatelinks: Links in diesem Artikel können Affiliatelinks sein. Was ist das?
  • Preisangaben von Produkten ohne Gewähr.
  • Videos sind von Youtube eingebettet. Es gilt die Datenschutzerklärung von Google.
  • Quelle Titelbild: 

Begriffe: Cupping oder Schröpfen?

Schröpfen, auch Cupping genannt

Vor einigen Jahrzehnten war es glasklar: Das englische Wort ist Cupping, das deutsche Schröpfen. Beides meinte eine Behandlung mit Unterdruck durch Glasgefäße wie im  Bild zu sehen. Doch mittlerweile gibt es eine „moderne“ Form des Schröpfens mit Silikonhütchen, die man auch alleine zu Hause anwenden kann. Nun sagen manche für den deutschen Sprachgebrauch: Cupping bezeichnet die moderne Unterdruckbehandlung mit Silikon, Schröpfen die traditionelle mit Glas. An den meisten Stellen habe ich die beiden Ausdrücke jedoch als austauschbar vorgefunden. Daher gilt für diesen Artikel: Ich verwende Cupping und Schröpfen gleichbedeutend.

Faszienbehandlung bei Bruxismus

Faszien sind ein Bindegewebe, das sich durch den ganzen Körper zieht. Faszien umschließen alle Muskeln und sogar jede einzelne Muskelfaser, aber auch Organe sind durch dieses elastische Bindegewebe aufgehängt. Während Fans bei Schmerzen und anderen Problemen auf die Faszienbehandlung schwören, sehen manche Skeptiker noch zu wenig wissenschaftliche Evidenz dafür. Ist eine dieser beiden Positionen im Recht? Im heutigen Artikel lasse ich dich an meiner eigenen Suche auf eine Antwort teilhaben. Besonders interessiert mich, ob Faszienbehandlung gegen Zähneknirschen und Zähnepressen helfen oder zumindest Symptome wie Kaumuskelschmerzen lindern kann. Methoden der Faszienbehandlung im Kopf- und Nackenbereich sind zum Beispiel Dehnübungen, bestimmte Massagetechniken (z.B. Myofascial Release Technique), der RelaxBogen als Verlängerung der Myofascial Release Technique in den Alltag hinein, Faszienrollen, Akupunktur und natürlich das Thema des heutigen Artikels, Cupping (Schröpfen). 

Leserinnenzuschrift: Cupping gegen Zähneknirschen?

Zähneknirschender Junge, Skizze

 Auf die Leserinnenzuschrift bin ich erstmals im Blogbeitrag vom 21. Februar eingegangen. Die Zähneknirscherin Anja Meier (Name frei erfunden) teilte einige Erfahrungen mit mir bzw. uns hier auf dem Blog.  Sie war unter anderem auf Cupping aufmerksam geworden und schrieb dazu in ihrer zweiten Mail:

Lieber Christian Koch, seit einiger Zeit benutze ich mein Cupping-Set, vor allem den kleinen Cup für die Gesichtsmuskeln. Ich bin sehr zufrieden, kann die Dinger sehr empfehlen und habe das Gefühl, ich kann mir den Stress aus den Muskeln ziehen. Einen Relaxbogen nenne ich mittlerweile auch mein eigen. Die Cups finde ich aber effektiver, die Anwendung wirkt sofort merklich.

Leserinnenzuschrift

Wow! Sich „den Stress aus den Muskeln ziehen“ zu können, klingt toll. Wenn eine Behandlung mit sofortiger Wirkung die Schmerzen lindert, muss es dann nicht die richtige Behandlung sein? Nun ja, ganz so einfach ist es nicht. Bereits im Februarartikel habe ich auf den Unterschied zwischen kurzfristigem Wohlgefühl und mittel- bis langfristigem Therapieerfolg aufmerksam gemacht. Der von der Leserin erwähnte RelaxBogen zum Beispiel zeigt seine Wirkung erst, wenn man ihn länger trägt. Für ihn spricht eine aktuelle klinische, randomisierte Studie

Die wichtigere Frage für das Schröpfen lautet also nicht: Kann Cupping mehr als einen kurzfristigen angenehmen Effekt erzeugen? Kann Cupping gegen Zähneknirschen mehr ausrichten als ein warmes Bad? Ein kurzfristiger Effekt ist zwar auch schon gut, vor allem bei akuten Schmerzen. Für eine nachhaltige Verbesserung der Gesundheit braucht es aber mehr. Deshalb habe ich mich auf die Suche nach belastbaren Informationen gemacht.

Persönliche Erfahrung

Der Familienbetrieb Bamberger-Wellness GmbH hat mir ein großes und ein kleines Set mit Silikon-Cups seiner Marke BellaBambi (Affiliatelink) zur Verfügung gestellt. Wie schon in anderen Artikeln transparent gemacht, lerne ich einiges im Austausch mit jungen Firmen, die Hilfsmittel gegen Bruxismus herstellen. So habe ich zu diesem Blogbeitrag hier bei Bamberger-Wellenes um kritisches Feedback gebeten. Solche Lerneffekte überwiegen aus meiner Sicht das Risiko, dass ich zum unfreiwilligen Werbeträger werden könnte. Wie alle meine Artikel schreibe ich auch den vorliegenden in einer interessiert-kritischen Haltung. 

Ich habe also Cupping an mir selbst ausprobiert und auch meine Frau durfte – oder musste – eine Cuppingmassage über sich ergehen lassen. Die Erfahrung von Anja Meier kann ich bestätigen: Wenn ich einen Cup auf einen schmerzend-verspannten Muskel setze und leicht bewege (Sliding), fühlt es sich so an, als würde ich mir „den Schmerz aus den Muskeln ziehen“. Andere Methoden sind die Bewegung von Gelenken und Muskeln in der Nähe des aufgesetzten Cups (Mobilizing) und das ruhige Aufsetzen des Cups auf eine Stelle (Placing).

Öffentlich zugängliche Quellen und wissenschaftliche Studien

Die subjektiven Erfahrungen von Anja Meier und mir lassen Cupping zumindest als kurzfristige Unterstützung gegen Muskelschmerzen erscheinen. Doch was ist der medizinisch-wissenschaftliche Forschungsstand? Lässt sich etwas über die langfristige Wirkung von Cupping sagen?

Die medizinisch-wissenschaftliche S3-Leitlinie zu Bruxismus

Die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGFDT) und die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) haben mit Unterstützung anderer Fachgesellschaften eine S3-Leitlinie herausgebracht. Mehr dazu in meinem Blogbeitrag vom 17. Mai 2020. Hier nur so viel: S3 ist in Deutschland die höchste Stufe einer medizinischen Leitlinie. Für dieses Großprojekt wurden weltweit durchgeführte wissenschaftliche Studien zum Zähneknirschen und Zähnepressen berücksichtigt. Cupping oder Schröpfen als Therapie gegen Zähneknirschen wird kein einziges Mal erwähnt. Obwohl andere „alternative“ Ansätze wie Akupunktur durchaus genannt werden, wenngleich für Akupunktur die Studienlage dünn ist. Das lässt mich darauf schließen, dass zumindest bis zur Fertigstellung der Recherchen für die S3-Leitlinie keine einzige wissenschaftliche Studie zu Cupping gegen Zähneknirschen vorlag.

Wissenschaftsdatenbank PubMed

PubMed ist eine umfassende englischsprachige Datenbank zu medizinischen Artikeln und Studien. Die Suche dort nach der Begriffskombination „cupping“ und „bruxism“ liefert das gleiche Ergebnis wie die S3-Leitlinie, also kein Ergebnis. (Streng genommen liefert die Suchmaschine zwei Ergebnisse: Allerdings bezeichnet das Wort „cupping“ darin keine Behandlungsmethode, sondern eine bestimmte Verformung der Zähne durch das Zähneknirschen.)  Suche ich bei PubMed nur nach „cupping“, finde ich eine Reihe von Artikeln und auch Übersichtsarbeiten (Metaanalysen). Diese beziehen sich zwar nicht auf das Knirschen und Pressen mit den Zähnen und sind somit nicht genau das, was ich suche. Aber vielleicht enthalten sie Erkenntnisse über die Wirkung von Schröpfen, die begründete Vermutungen für unser Thema Bruxismus ermöglichen.

Um nicht Hunderte von Stunden zu benötigen, habe ich zwei Filter verwendet. Zusätzlich zum Suchbegriff „cupping“ wollte ich nur Metaanalysen aus den letzten zehn Jahren sehen. Metaanalysen sind Übersichtsarbeiten, die einen Überblick über die aktuelle Studienlage bieten. Unter den 26 Suchergebnissen waren immerhin 7 Metaanalysen zur Wirkung von Cupping bei Schmerzen, vor allem bei chronischen Rückenschmerzen, bei Lower Back Pain und bei Nackenschmerzen. Untersuchungen zu Cupping bei Herpes, Schuppenflechte, COPD und Asthma sind kaum auf Bruxismus übertragbar. Demgegenüber könnten bei der Behandlung von Nacken- und Rückenschmerzen ähnliche Wirkungswege eine Rolle spielen wie bei der Behandlung von Kaumuskelschmerzen. Außerdem kann Bruxismus sowohl Nacken- als auch Rückenschmerzen verursachen und verstärken.

Den Tenor der Metaanalysen fasse ich so zusammen: Es gibt Hinweise auf eine positive Wirkung von Schröpfen bei Rücken- und Nackenschmerzen. Für eine höhere Gewissheit werden aber qualitative hochwertigere Studien benötigt.

Im Folgenden gehe ich auf drei Metaanalysen ein.

Eine wissenschaftliche Auswertung von 2012 (An Updated Review of the Efficacy of Cupping Therapy) kommt zu dem Ergebnis, dass es nicht ausreichend Studien gibt, um die Wirksamkeit von Cupping gründlich zu beurteilen. Es gebe aber Hinweise darauf, dass Cupping gegen Herpes und bei bestimmten anderen Krankheiten helfen könne. Außerdem seien keine unerwünschten Nebenwirkungen bekannt. Cupping gegen Zähneknirschen wird nicht genannt.

Metaanalyse zu chinesischer Medizin von 2015

Diese Metaanalyse wurde 2015 veröffentlicht: Traditional Chinese medicine for neck pain and low back pain: a systematic review and meta-analysis. Sie beschäftigt sich mit der Wirksamkeit bei Nackenschmerzen und Schmerzen im unteren Rückenbereich und kommt zu diesem nicht ganz eindeutigen Schluss: „Akupunktur, Akupressur und Schröpfen könnten kurzfristig wirksam in der Behandlung von Schmerzen und Einschränkungen sein, die mit chronischen Nackenschmerzen oder chronischen unteren Rückenschmerzen assoziiert sind.“ („ Acupuncture, acupressure, and cupping could be efficacious in treating the pain and disability associated with CNP or CLBP in the immediate term.“) Immerhin. Allerdings fallen die Ausdrücke „könnte“ („could“)  und „kurzfristig“ („in the immediate term“) auf. 

Journal of Traditional and Complementary Medicine 2019

Die Autoren des Artikels The medical perspective of cupping therapy: Effects and mechanisms of action fanden in einer Durchsicht von Studien zur Wirksamkeit von Cupping keine wissenschaftlich gesicherte Erklärung, auf welchem Weg Cupping wirkt. Es gibt verschiedene Theorien, aber bislang ist keine davon hinreichend durch Studien belegt. Ich vermute, dass die Autoren bei der Veröffentlichung in einem „Magazin für traditionelle und alternative Medizin“ durchaus gerne positive, belegte Ergebnisse für das Cupping präsentiert hätten, einen traditionellen und alternativen Ansatz. Doch aufgrund der Studienlage kommen sie zu dem Ergebnis: Die Theorie, dass Schröpfen nur einen Placeboeffekt bringe, „wird weiterleben, bis ein zuverlässiger und gültiger Wirkmechanismus herausgefunden wird“ („This placebo theory about cupping therapy will remain alive until a reliable and valid mechanism is found out.“)

Die Autoren weisen auf die Schwierigkeit hin, dass anders als bei Medikamenten keine randomisierte Studie möglich ist. Bei einer solchen verblindeten Studie erhält die Testgruppe das Medikament und die Kontrollgruppe nur eine Placebopille ohne biochemische Wirkung. Kein Studienteilnehmer weiß, ob er das echte Medikament oder das Placebo erhalten hat. Bei doppelt verblindeten Studien wissen auch die durchführenden Ärzte und Forscher nicht, welche Teilnehmer zur Kontrollgruppe gehören und welche zur Experimentalgruppe Beim Schröpfen geht das nicht: Denn wer geschröpft wird, der bekommt das zwangsläufig mit. Wenn ich nichts übersehen habe, wird auch in diesem Artikel von 2019 nicht auf Cupping gegen Zähneknirschen eingegangen.

NCCAOM: National Certification Commission for Acupuncture and Oriental Medicine

Ein Artikel auf der Website der NCCAOM zu einem ähnlichen Ergebnis wie der oben erwähnte Beitrag im Journal of Traditional and Complementary Medicine. Die NCCAOM ist eine Nichtregierungsorganisation in den USA zur Förderung von Akupunktur und Orientalischer Medizin, vermutlich also eher positiv gegenüber dem Schröpfen voreingestellt.

Im Artikel fällt auf, dass chinesische Studien bessere bzw. eindeutigere Ergebnisse zugunsten der Wirksamkeit von Schröpfen liefern als westliche Studien. Das muss kein Kompliment sein, denn gelegentlich wird die geringere Qualität chinesischer Studien beklagt, wie in diesem Artikel zur Coronaforschung.

Insgesamt kommt die NCCAOM zu dem Ergebnis: „Die Datenlage zeigt eindeutig, dass Cuppingtherapie weit davon entfernt ist, ein Placebo zu sein, dennoch müssen weitere Forschungen durchgeführt werden, um ihre Wirkungsmechanismen voll zu verstehen.“ („The data unequivocally show that cupping therapy is far from a placebo, however further investigations must be performed in order to fully understand its mechanism of action.“)

Stimme aus der therapeutischen Praxis: Dr. Torsten Pfitzer

Dr. Torsten Pfitzer

Dr. Pfitzers Onlineprogramm „Befreit von CMD“ (Affiliatelink) habe ich bereits in früheren Blogbeiträgen erwähnt. Es hilft mir, mein Feingefühl und meine Koordination der Kiefermuskeln zu verbessern. Dabei kommt auch Cupping zum Einsatz. Da der Autor von „Kiefer gut, alles gut“ (Affiliatelink) über langjährige Erfahrung in der Behandlung von Kieferproblemen verfügt, habe ich ihn um ein Statement gebeten. Warum empfiehlt er Übungen mit Cupping?

Im “Befreit von CMD”-Onlineprogramm habe ich u.a. Übungen mit Cupping aufgenommen, da es eine leichte Methode zur Selbstbehandlung ist. Der Wirkansatz ergänzt sich sehr gut mit den 7 Selbstbehandlungstechniken und kann so den Behandlungserfolg weiter erhöhen. Auch wenn es bisher keine ausreichenden Studien zum modernen Cupping in Selbstanwendung gibt, lässt sich zumindest ein Teileffekt aus dem traditionellen Schröpfen ableiten. Hier werden Wirkmechanismen wie eine verbesserte Durchblutung und ein verbesserter Lymphfluss, eine herabgesetzte Schmerzempfindlichkeit sowie eine Entzündungshemmung vorgeschlagen. Bei der dynamischen Anwendung des Cups, also dem Verdrehen oder Streichen während des Unterdrucks, können meiner Meinung nach auch auf mechanischem Weg teilweise oberflächlich liegende Verhärtungen im myofaszialen Gewebe gelöst werden. Alles in Allem spürt der Patient in den meisten Fällen eine Entspannung in den Kaumuskeln, eine Entlastung der Gesichtsnerven und weniger Druck in den Kiefergelenken.

Dr. Torsten Pfitzer, Ganzheitlicher Schmerztherapeut

Fazit

Auf meinem heutigen Kenntnisstand sehe ich Cupping als einen Ansatz, der die Behandlung von Bruxismus und CMD ergänzen kann. Die wissenschaftliche Forschung sieht erste Hinweise auf eine positive Wirkung von Cupping gegen Rücken- und Nackenschmerzen. Explizite Untersuchungen zu Cupping bei Bruxismus gibt es bislang nicht. Subjektiv verringert der Einsatz der Cups zumindest vorübergehend die Muskelschmerzen, was Betroffene aufatmen lässt. Ob es sich hierbei nur um eine Hemmung des Schmerzreizes handelt oder das Potenzial für eine nachhaltige Verbesserung vorliegt, wage ich nicht definitiv zu sagen. Der unterhalb der Quellenangaben verlinkte Dokufilm von Arte über die aktuelle Faszienforschung hat mich fasziniert. Er stellt unter anderem Hinweise vor, dass Faszien für das Schmerzempfinden eine größere Rolle zu spielen scheinen als Muskeln. Das spricht dafür, auch in der Schmerzbehandlung bei Bruxismus und CMD faszienbezogene Ansätze zu berücksichtigen.

Weiterführende Links und Quellenangaben

Artikel und wissenschaftliche Studien

Erwähnte Produkte

Dr. Torsten Pfitzer

Dokufilm von arte.tv über Faszien

Diese 52-Minuten-Doku ist sehenswert. Darin kommen führende Faszienforscher aus unterschiedlichen Ländern zu Wort. In der arte.tv-Mediathek habe ich den Film aktuell nicht gefunden, aber bei YouTube wurde er von verschiedenen Kanälen hochgeladen. Titel der Doku: „Faszien – Geheimnisvolle Welt unter der Haut.“ Einige bemerkenswerte Aussagen daraus:

  • Faszien scheinen für das Schmerzempfinden eine größere Rolle zu spielen als Muskeln.
  • Dehnung beschleunigt die Wundheilung. Die sogenannten Fibroplasten werden durch die Dehnung angeregt, mehr Collagen zu produzieren.
  • Im Ultraschall von einem gerade von seinem Gips befreiten Arm ist deutlich zu sehen, wie sich der Zustand der Faszien im eingegipsten Arm verschlechtert hat.
  • Akupunktur scheint die Faszien zu entspannen.
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